
Nach einem Grußwort des Oberbürgermeisters der Stadt Essen, Thomas Kufen, berichtete Dr. Thomas A. Lange, Vorsitzender des Vorstandes, zu den wirtschafts- und geldpolitischen Rahmenbedingungen für 2020. Nach der Entscheidung der Europäischen Zentralbank am 12. September 2019 sei keine Zinswende in Sicht. Lange: „Nachdem die EZB den negativen Einlagezins für Kreditinstitute von -0,4 % auf -0,5 % erhöht und zugleich verlautbart hat, bis Mitte der 2020er Jahre an der ultralockeren Geldpolitik festhalten zu wollen, müssen wir uns weiterhin auf ein extrem niedriges Zinsniveau einstellen.“
Die durchschnittlichen Inflationsraten der vergangenen Jahre hätten sich in der Eurozone nachhaltig deutlich unter 2 % entwickelt. Lange: „Die EZB-Zielmarke für die Preisstabilität in der Eurozone von nahe, aber unter 2 % sollte nicht als alles entscheidendes, unumstößliches Postulat verstanden werden. Mit der Präsidentschaft von Christine Lagarde verbinde ich die Hoffnung, dass die EZB prüft, ob die Definition noch zeitgemäß ist. Das `Nahe-Zwei-Prozent-Ziel` sollte dabei nicht sakrosankt sein.“
Für Deutschland sei 2020 ein Wachstum von rd. 1,0 % zu erwarten. Lange: „Von einer Rezession, wie sie manche prognostizieren, sind wir ein gutes Stück entfernt.“