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90 Jahre gewachsene Beratungskompetenz

Die NATIONAL-BANK ist 2011 90 Jahre alt geworden. 1921 in Berlin im Zuge der Christlichen Gewerkschaftsbewegung gegründet, ist sie seit 1922 in Essen zu Hause.
Anlässlich des 90-jährigen Jubiläums hat die NATIONAL-BANK eine unabhängige Studie in Auftrag gegeben, die Ende 2011 im Franz Steiner Verlag, Stuttgart, erschien. Die Studie stützt sich nicht nur auf Sekundärliteratur, sondern zieht auch Quellen wie Korrespondenzen und Protokolle heran, die im Historischen Archiv der NATIONAL-BANK in Essen aufbewahrt werden. Autor des Buches ist Prof. Dr. Joachim Scholtyseck, Ordinarius für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Bonn. Lesen Sie hier eine Kurzfassung.

Die NATIONAL-BANK hat in der deutschen Bankenlandschaft eine wohl einmalige Geschichte:
Sie öffnete ihre Schalter als eine Bank der Christlichen Gewerkschaften und agierte in der Weimarer Republik als Bank für die „kleinen Leute“ derjenigen Richtung der Gewerkschafts-bewegung und ihrer Institutionen, die sich in Abgrenzung zur sozialdemokratischen und kommunistischen Arbeiterschaft den christlichen Ideen verbunden fühlten.
Offiziell wurde die Bank am 24. Februar 1921 als Vereinsbank für deutsche Arbeit AG in Berlin gegründet und wenige Monate später in das dortige Handelsregister eingetragen. Im Oktober 1922 verlegte das Bankinstitut, inzwischen in Deutsche Volksbank AG umbenannt, seinen Sitz nach Essen, einem Zentrum der Christlichen Gewerkschaften. Der Aufsichtsrat spiegelte ganz die christlich-gewerkschaftliche Struktur: Ihm gehörten neben Stegerwald als Vorsitzendem der Essener Bergarbeiterführer Heinrich Imbusch als sein Stellvertreter an. Der dreiköpfige Vorstand wurde von „Bankbeamten“ gebildet, die ebenfalls den christlichen Gewerkschaften nahestanden. Bis 1933 blieb das Institut die zentrale Verwaltungsbank der christlich orientierten Arbeitnehmerverbände. 1924 bezog die Bank ein eigenes Gebäude im Essener Bankenviertel. Das Institut unterhielt bald weitere Zweigniederlassungen in Berlin, Duisburg, Düsseldorf, Köln, Münster und Saarbrücken sowie Spargeldannahmestellen – die zumeist nebenamtlich von Gewerkschaftsangestellten geleitet wurden – in über 200 weiteren deutschen Städten.
Mit der Weltwirtschaftskrise, die zugleich eine allgemeine Bankenkrise war, begannen 1930 für die Deutsche Volksbank Krisenjahre. Sanierungen erwiesen sich als unzureichend; es muß auch nach heutigem Wissensstand als zweifelhaft gelten, ob die Deutsche Volksbank mit ihrem Geschäftsmodell hätte überleben können. Letztlich wird sich diese Frage jedoch nicht endgültig beantworten lassen, weil die nationalsozialistische „Machtergreifung“ und die Zerschlagung der christlichen Gewerkschaften im Mai 1933 eine Fortführung des traditionellen Bankgeschäfts gewaltsam verhinderte.
Die Bank wurde im Dezember 1933 unter dem Namen NATIONAL-BANK personell umgestaltet und agierte fortan als regionale Mittelstandsbank im „Dritten Reich“. 1937/38 war das Institut an der „Arisierung“ des Essener Bankhauses Simon Hirschland beteiligt, das schon geraume Zeit ins Fadenkreuz der Essener NS-Gauleitung unter Gauleiter Josef Terboven geraten war. Die NATIONAL-BANK kam jedoch beim Erwerb nicht im gewünschten Ausmaß zum Zug:
Sie musste sich mit einer Beteiligung an dem neu gegründeten Essener Bankhaus Burkhardt & Co. als Nachfolgeinstitut des Bankhauses Simon Hirschland begnügen. Die moderate Expansion der Bankgeschäfte stand bald im Schatten des „Totalen Krieges“. Im März 1943 wurde das Hauptgebäude der NATIONAL-BANK in Essen bei einem Großangriff völlig zerstört; ein improvisierter Geschäftsbetrieb wurde jedoch noch bis Kriegsende aufrechterhalten.

Nach den materiellen Zerstörungen des Kriegs und der „Entnazifizierung“ des Personals begann mit dem „Wirtschaftswunder“ eine weitere Phase, in der die Bank bis heute als Institut regionalen Zuschnitts eine Facette der „Erfolgsgeschichte“ der Bundesrepublik Deutschland repräsentiert. Nach dem Krieg befand sich das Bankgeschäft zunächst in gemieteten Erdgeschoß- und Kellerräumen der Dresdner Bank. 1952 wurde in Essen ein Neubau am Theaterplatz 8 bezogen, der als Hauptsitz in den folgenden Jahrzehnten mehrfach erweitert und umgebaut wurde. Die frühen Jahre des Neuanfangs unter den Vorstandsmitgliedern
Dr. Willy Wohlrabe und Dr. Fritz Dertmann waren geprägt von einem kontinuierlichen Aufschwung, in der auch das für die NATIONAL-BANK bisher ungekannte Autofinanzierungs-geschäft zu einem bedeutenden Geschäftszweig ausgebaut wurde.
Nach der 1957 erfolgten Integration der Oberhausener Bank AG waren die folgenden Jahre durch einen wahren Boom von Geschäftszweigstellen-Eröffnungen geprägt. Die Festigung und Konsolidierung in einer Phase einer relativ sorgenfreien Entwicklung war vor allem der Strategie zu verdanken, sich weiterhin auf den Status einer Regionalbank mit einem überschaubaren Radius zu beschränken und nicht der Versuchung zu erliegen, die vergleichsweise gute ökonomische Gesamtsituation zu einer nationalen oder gar internationalen Expansion zu nutzen – Verlockungen, der andere Regionalbanken an Rhein und Ruhr nicht widerstanden. Die „Ölkrise“ des Jahres 1973 und die damit einhergehende wirtschaftliche Stagnation beeinflusste das Bankgeschäft erstaunlich wenig, auch wenn die Zeit des stürmischen Aus- und Aufbaus zu Ende ging. Die Ausweitung der Geschäftsbereiche ging mit einer stetigen Professionalisierung sowohl der Angestellten als auch des Vorstands einher. Waren Geschäfte auch größeren Umfangs in der „Ära Dertmann“ noch geradezu hemdsärmelig abgeschlossen worden, setzte in den 1980er Jahren mit Dr. Hans Braun an der Spitze des Vorstands eine entscheidende Systematisierung ein, deren Konturen in den 1990er Jahren unter Dr. Henner Puppel vollends sichtbar wurden. Die Wiedervereinigung und die Einführung des Euro hatten auf das solide Kerngeschäft ebenso wenig Einfluss wie die Veränderung der Bankenlandschaft im neuen Jahrtausend. Zwar veräußerte im Jahr 2000 die IKB Deutsche Industriebank AG ihre mehr als 60 Jahre gehaltene Beteiligung an der NATIONAL-BANK von etwas mehr als einem Viertel an die Dortmunder Signal Iduna-Gruppe, ohne daß dadurch die Ausrichtung als regional tätiger Universalbank geändert wurde. Die Finanzkrise der Jahre 2007/2008 hatte der Bank zwar keine wesentlichen Einbußen gebracht, aber der neue Vorstand hat beschlossen, die Bank konsequent auf die veränderten Anforderungen einzustellen.
Die im Franz Steiner Verlag (Stuttgart) im Jahr 2011 erscheinende Studie stützt sich nicht nur auf die Sekundärliteratur, sondern zieht auch Quellen wie Korrespondenzen und Protokolle heran, die im Historischen Archiv der NATIONAL-BANK in Essen aufbewahrt werden und das erste Mal der Öffentlichkeit präsentiert werden.

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Mit diesem Band wird eine in der deutschen Bankenlandschaft wohl einmalige Geschichte wissenschaftlich aufgearbeitet.

ISBN 978-3-515-10004-5